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Es werden Posts vom Juli, 2026 angezeigt.

Sonette

I   Ach, wär das Schreiben uns nur etwas heilig, Uns Dichtern wäre dann so viel gewonnen! Ich wüsste dann, der Herr, der Hirte weiht mich Und gäbe mir das Wort, dass er ersonnen. Von jeder Ecke strömten die Gedanken, Umschwebten uns wie Federn fallend seicht. Das Dichten wäre uns dann gar so leicht, Dass ich ihm wollte heiter betend danken! Ach gäb es da im Himmel nur nen Gott, Der meiner Klage sich bemächt'gen kann Und auch in dunkler Stunde um uns schmiegt. Ein ewig tröstender Gedanke. Spott den Mördern Gotts, durch welche er verschwand Und seh ich noch wie letztes Licht verfliegt. II Wo bist du, wenn du nicht bei mir bist? Was denkst du dann, oh welch Gedanken Verlassen dich, spürst du mich schwanken In Angst, dass du mich wieder vergisst? Auf fernem Felsen sehne ich, Die Wellen peitschen, Winde wehen Und ich, ich rufe schmerzend dich, Ach, kannst du mich noch überhaupt sehen? Ich dachte, seh ich dich nur immer, Dann heilt sich von allein der Riss, Der tief in meinem Herzen zerr...

Stillleben

  I. Die Lilie hängt den Kopf zu Boden, Ein Käfer kriecht am Stiel empor, Fällt dann der Last zu ihrem Opfer. Der Rose Rot war einst am lodern, Heut kam ein Schatten ihm zuvor Und hängt hinab dort wie ein Tropfen.

Selbstporträt II

Und ich füll das c-h-c-a Mit neuen Lebensfreuden auf. Ach, ich kenn nichts ärmeres als uns, Uns unter der Sonne wandelnden Menschen Und dennoch, ich liebe nichts mehr als uns, Uns hoffnungsvolle Toren, ach Und ich füll das c-h-c-a  Und die Welt sie strahlt, sie strahlt so neu Als wie am allerersten Tag Und da war einst ein Schatten, ein dunkler, trüber, Die Narben, sie, ich habe sie noch, Sie können dort bleiben, ich dulde sie nun Und das c-h-c-a, das fülle ich auf Mit Sonnenschein, mit Leben und Träumen, Die Blätter tanzen den ewigen Wind Und ich, ich träume am Tag nun nicht mehr, Denn das Leben ist traumhaft so wie die Nacht Und ich, ich fülle das c-h-c-a.