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Es werden Posts vom Juni, 2023 angezeigt.

Schiffbruch

Es blitzen die Wellen, Es trommeln die Lüfte, Die Blitze schnellen Hernieder die Klüfte. Ein Schiff zerbricht, Zerberstet im Sturm, Gen tiefe aussticht Das Schiff zu dem surrn, Zum leisen Gesang, Zum höhnischen Klang. Ein zischen im Wasser, Ein treiben umher, Die Fratzen blasser, Die Gesichter leer. Es zischt da schon wieder, Es zischt da was nieder. Der Nebel wird dichter Um die schreienden Gesichter. Ein Lied erschallt von überall, Ein schönes Lied, ein trauriges, Anmutiges Ertönt aus dem Hall. Ein zischen dort unten Und schon ist's verschwunden. Das Zischen, das kreischen, Das kreist um die Leichen Und nimmt sie nach unten Und ist schon verschwunden.

Im Schlaf

Es düstert schon, die Nacht beginnt, Ein jeder setzt zum Träumen an. Die Welt verblasst, das Sein verrinnt Und zischt zum Märchenwald heran. Dort brummen Bäume tief entspannt, Dort singen Vögel alte Sagen, Dort rauscht recht wild der Wind durchs Land Und dort die Seelen sich behagen. In diesem Wald da liebt es sich, So manch verboten Kuss entwich Und kühne Recken triumphieren Bei heitren großen Ehrturnieren.  Doch tief im Wald, so singet man, Dort wo der Nebel dicht und düst, Wo jede Freude leer und wüst, Dort herrscht der triebhafte böse Wahn. Ein Schatten jenes frohen Treibens, Der wie ein Parasit am Leiben Sich alles ... düster strahlt das Sein Sehr matt in jenen fernen Hain.

Auf Bacchus

Die Gläser hoch ihr Freunde Auf dass wir Bacchus ehren. Heut trinken wir voll Freude Und feiern Tag' und Nächte. Die Welt ist sonderbar, So wie am ersten Tag, Die Welt ist Schönheit, Die wir beim Trunke huldgen. Oh Bacchus, unser König, In dir die Liebe blüht, Oh Bacchus unser König, Du Herrscher aller Kunst. Ob Dichter, Komponist Und Maler aller Zeiten, Sie alle huldgen dich. So manches schöne Werk Bei Abendlicht entstand. Wir danken dir für alles Und heben unsre Gläser:          Heil dir Bacchus,          Unser König!

Des Dichters Fluch

Es ist, als wärst du dort gefangen, So unerreichbar bist du mir. Was ich auch tue dich zu befreien, Nur höher ragt dein Turm bedrohlich. Auf Stein kommt Stein, den Sternen nah, Sich streckend weit in Ewigkeit. Ich bin gefangen überall. Ach dränge nur mein Schmerz zu dir, Auf Winden fliegend fast erloschen. So wärs auch nur der kleinste Funkten, Mein Herz zu neuem Leben würde. Ach, fern bist du mir immer zu, So hör mein Leiderfülltes Lied, Denn das doch ist des Dichters Fluch.

Marsch

"Nun auf zum Marsch! Marschiert ihr Menschen ab und auf Im immer gleichem, hohlen Schritt. Der eine erst im schnellen Lauf, Der andre dann im kräftgen Tritt!", Ertönt es harsch. "Im gleichen Schritte sollt ihr gehn, Ein jeder so, so dass es klappt! Nun auf, na los, dass ihr mir trappt, Mann soll sich euch ja lassen sehn!", So hieß es barsch, "Die Einheit, Einheit haltet ein, Dass ihr mir ja ansehnlich bleibt! Na los nicht trödeln, weiter, fein, Auf, auf, sehr schön, bleibt stets bereit!"

Das Ende

Es sang die Nachtigall, Sie sang so Schmerz durchzogen, So tief in dunkle Wogen, Vom Tanz beim letzten Ball. Kalte bedrohliche Winde schallen, Surren und summen düster Weit in die riesigen Hallen, Die stetig immer wüster. Es setzt der Schwan zu spielen an, Entfaltet sich zum letzten Klang, Gen Himmel gewandt, hoher Gesang: Das Ende der Kunst begann.

Ich will gleiten...

Ich will gleiten im Wind, Möchte mich treiben im Fluss, Wünsche mich los vom Verdruss Und will frei sein wie ein Kind. Ein Kind, dass zum ersten Mal Das Licht der Welt erblickt, Naiv noch nicht im Mühsal Unseres Lebens erstickt. Ja, ich will doch nur schweben, Mich vom Frohen umgeben, Einfach im Flusse nur treiben Und Ewigkeiten verweilen.