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Es werden Posts vom August, 2023 angezeigt.

Staub

Wer aß den Apfel? Die Erde, die Erde, Sie aß den Apfel, Sie nahm ihn an Und er wurde zu ihr.   Zu Staub, wie auch wir, Wie auch alles, was ist. Alles, was fällt, das wird zu staub, Das Sickert in Chronos Glas, Ja, alles wird wieder zu Staub.   Wer aß denn nun den Apfel? Wir taten es! Denn Erde wie Mensch, Sie beide sind nur Staub, Wie auch alles nur Staub ist.

Die Schlächter

Was weinst du Himmel? Was bist du so zornig, Dass Blitze und Stürme Hier unten wüten? Die goldenen Türme Verschlingen durstig Das große Gewimmel An toten Blüten. "Was habt ihr getan?", Schrein sie zu uns, "Zügelt den Wahn, Ihr Brut des Schlunds!" Kein oben, kein unten Kein Ort, keine Klüfte, Der Raum ist verschwunden In tobenden Lüften. Oh Himmel, vergib, Wir meinten es nicht, Es war unser Trieb, Es war unsre Pflicht.   Wir stahlen das Licht Wir wurden zu Göttern, Zu himmlischen Spöttern, Die Macht in uns spürten, Die, die die Natur Ins Verderben führten Und wir brachen den Schwur, Der uns gegeben   Und meinten zu siegen, Da spürten wir's beben, Wir sahen sie liegen, Die schöne Welt   Und wie sie zerfällt, Noch in unseren Armen. Oh, hab erbarmen, Zeig uns Güte, Führ uns zu dir. Erlöse uns hier, Die wir Müde.

Judas

Das rote Haar krümmt sich zu Schlangen, Medusa, du, im gelben Kleid, Oh, Judas mit den blassen Wangen. Verräter, dem so voller Neid Auf Gottes Sohn die Teufel sangen, Oh, ewig spüre dieses Leid. Den Apfel pflücktest du erneut, Gewitter, Blitz und Winde drohten, Du hast dich dennoch nicht gescheut. Noch während du dich hast erfreut, Dem Menschen selbst den Todesboten Zu sein, oh Judas, Herr der Toten.

Armors Rettung

Wie sehr ich's auch versuche, ich schaffs nicht, Die kleine Kugel zu fassen, zu packen, Sie schwindet immerzu meiner Sicht Und wie ich es auch will, da lachen Die Götter bereits schon über mich, Der nunmehr einzig Schelken glich. "Wie du auch willst das Glück zu fangen, Dir sei gesagt, man kann nur Scheitern." So ich dies hörte, musst ich bangen Um all das Glück der heiteren Welt. Was alles denn nur eine Lüge? Was will der Mensch, der sich betrüge? Und Glück so einfach hat erfunden. Sind nicht genug in Lust ertrunken? "Doch halte ein und merke dir, Sokrates war ein Glücklicher hier! Das sei dir erstmal Rettung genug Und höre nicht auf diesen Trug!" So sprach zu mir der Gott der Liebe, Dem ich sogleich mich hab ergeben.

Oh Rose

Oh Rose, du so lieblich glühend rot, Du schönes Bildnis, die du ewig bist Und tanzt im strengen Kleide in den Sog Des großen Chronos, der dich nie vergisst. Wie könnte auch nur einer jemals dich Vergessen, oh rote Rose, die so lieblich.

Bacchantentanz

Sagt an, was treibt ihr da Bacchanten, Ich will nicht stören euch beim Tanzen, Ihr dreht euch ja so liebevoll, Inmitten der Natur so stolz. Ich will hier weilen und betrachten, Will von euch lernen, was es heißt, Wahrhaftig Glück zu spürn und achten Was meine Seele tief ergreift. Bacchanten, lasst mich mit euch tanzen, Die Welt umfassen, ihr Bacchanten. Und last mich mit euch wütn Toll Und drehn und schwenken liebevoll.

Die Lilie

Von einer der zahlreichen Vollen Wolken Tropft es tief Hinunter - Milch Der hohen Göttin, In die Erde Tief hinein Und siehe da Ein Sprössling hebt Ganz leicht ihr Haupt, Entfaltet sich Zu neuer Kraft. Spitz und weiß, Die Flügel weit, Die Welt umspannend, Die Lilie. Oh du kleine Feine Schönheit Lass dich fassen, Lass dich küssen Und sauge dich An meinem Blut Auf deiner Spitzen Schönen Krone. Von außen tief Nach innen hin Färbt sich dein Glanz In feuriges rot. Ein neues brennendes Ewiges Licht, Dass du dich tief In jedes Herz Hinein dich beißt. Und siehe da, Vom Boden auf, Aus deiner Saat, Da stehet auf, Der schöne Spross Und schmiegt sich leicht Mit Leidenschaft An dich heran Und weilet dort In Ewigkeit Mit dir vereint, Du rote, feurige Lilie!

Femme sur la plage

ad Manet Die wilden blauen Wellen spielen Um all die Gestalten kosend leicht, Im Schutz der tanzenden vielen Grazilen. Ein Mädchen mit zierlich roten Wellen, Sie spielt mit ihnen anmutig seicht Und sich im Blau ganz leicht erhellend. Ihr Blicklein nur ganz selten weicht Zu mir hinüber hingewandt, So wie der Tanz der Wellen im Sand.