Posts

Es werden Posts vom Mai, 2025 angezeigt.

Selbstporträt

Wer reicht mir da noch seine Hand... Wenn Abends im Traum die Schatten tanzen Am See, beim Spiel der schlafenden Pflanzen, Dann Lieg ich, die Hand zum Himmel gewandt. Ich halte ein Häufchen Sand von mir, Der langsam zum Boden hinunter rieselt. Und hinter mir einer, der vor sich hin fiedelt, Und doch spür ich seinen Atem nicht hier. Dann greift eine kalte Hand nach der Schulter, Ein Berieseln des blaubraunen Flusses strömt Sogleich in mir, das Thema ertönt, Das c-h-c-a, das spielt er mir munter. Und ich weine den traurigen Fluss in mir aus, Ich stehe alleine auf schwarzer Heide, Sehe nur die rotbrennende Weide, Die mir gleich, weinend das Rot von sich raunt. Der eine, der hinter mir noch steht, Er atmet nun ein letztes Mal aus, Einen kalten, müden, alten Hauch, Der mit den Tönen um mich schwebt.

Nebellandschaft

Die schwarzrotgelbe Fahne weht Weit über all den Dächern müd, Ein Hauch, der durch die Felder geht, Ist alt und still ist sein Gemüt.   Der Nübel trübt das große Land, Kein Wand'rer singt sein frohes Lied. Die bunte Blühte lang schon schwand Und auch der Herbst im sterben liegt.   Das Gelb verblasst zu kaltem weiß, Mir ist so fremd, ich bin allein, Ein Niemandsland, sagt niemand leis' Und keine Kirche klingt, kein Schrein.   Und wie der Hauch sich weiter hebt Zum hohen Himmel hoch hinauf, Der alte Greis sich schlafen legt, Erlischt die Sicht im trüben Hauch.

Das Phantom der Nacht

Die Straßen riechen vertraut nach dem Tod Und das düst're, die Nacht, ertränkt den Mond, "Er ist gekommen, auf Blut fuhr sein Boot, Der Schatten trägt seinen brennenden Thron."   Ein Hauch umweht den weißen Wind Und weicht der Kälte der Todgeweihten. Welch Schreck, da Ratten nagen am Kind Und blutrot scheint das Kreuz zu Zeiten.   Sie opfert sich, sie gibt ihr Blut, Das Reine, der Nacht, des Todes Brut. Ein Engel weint, sein Gewand - getränkt In dickem Rot - hat ihn längst erhängt.   Da lacht Nosferatu dem Licht ins Gesicht, Da sich seine Fänge an goldenem Fleisch Verbeißen und kommen soll sein Reich, Sein Wille geschehe, sein Wort sei Gericht.   Wie viele Tränen flossen doch, Da all den Tapf'ren vernebelt der Mut Und Ratten, Pest und Schatten noch Sich nährten an der Jungfern Blut.   Dann, hört nur, das Krähen des Hans erklingt, Kichernd wie Kinder. Nach langer Krankheit Erwacht der Tag, der das Licht wieder bringt, Doch Schmerz bleibt, ach, ihr, deren Opfer Da...