Die neuen Epigramme
I. Prolog.
Eben noch saß ich am Tisch und suchte die Wörter zu zwingen
Jenes strenge Korsett lustiger Sprüche zu tragen,
Sprach auf einmal, ich schrieb schon Zwanzig, zu mir die Stimme,
"Lege nieder den Stift, lausche dem Klagen des Nichts."
Jenes strenge Korsett lustiger Sprüche zu tragen,
Sprach auf einmal, ich schrieb schon Zwanzig, zu mir die Stimme,
"Lege nieder den Stift, lausche dem Klagen des Nichts."
Kälte umgab mich so plötzlich, es schien mir die Luft zu entweichen:
Nihil, so führe mich, nimm dir der Wörter Tribut!
Nihil, so führe mich, nimm dir der Wörter Tribut!
II. Der alte Meister.
Gryphius dichtete viel von Tod und vom Leiden auf Erden,
Sagt mir alle doch, hatte er Unrecht gehabt?
III. Ein Junge.
Ging das Kind denn neulich noch die Straße hinunter,
Lachte und freute sich, spielte so selig im Traum,
Sage mir, was geschah mit jenem Jungen dort unten?
Immer noch geht er dort lang, Freude jedoch wich dem Schmerz.
Gryphius dichtete viel von Tod und vom Leiden auf Erden,
Sagt mir alle doch, hatte er Unrecht gehabt?
III. Ein Junge.
Ging das Kind denn neulich noch die Straße hinunter,
Lachte und freute sich, spielte so selig im Traum,
Sage mir, was geschah mit jenem Jungen dort unten?
Immer noch geht er dort lang, Freude jedoch wich dem Schmerz.
IV. Zwei Gesellen.
Seh ich so kecke Gesellen, ach Gott, die Tränen mir schwellen.
Warte noch, Hauch, eh du wehst, lass ihnen etwas mehr Zeit.
Seh ich so kecke Gesellen, ach Gott, die Tränen mir schwellen.
Warte noch, Hauch, eh du wehst, lass ihnen etwas mehr Zeit.
V. Moiren.
Friedlich schmiegen die Ähren sich im nächtlichen Winde,
Flöge die Seele mir nur, säh ich den Abend nur ganz.
Tausende kleine Geschöpfe umfliegen mich heiter im Mondschein,
Haltet euch zurück, Moiren, geduldet euch noch,
Schwimmt mein Faden doch weiterhin mitten im Flusse des Lebens,
Viel gibt es noch zu tun, gebt mir nur eine Sekun-
Friedlich schmiegen die Ähren sich im nächtlichen Winde,
Flöge die Seele mir nur, säh ich den Abend nur ganz.
Tausende kleine Geschöpfe umfliegen mich heiter im Mondschein,
Haltet euch zurück, Moiren, geduldet euch noch,
Schwimmt mein Faden doch weiterhin mitten im Flusse des Lebens,
Viel gibt es noch zu tun, gebt mir nur eine Sekun-
VI. Einladung.
Eingeladen wurde ich neulich von Freunden zum Essen,
Wasser tropfte vom Dach, tropfte die ganze Zeit durch.
Jeden Teller schmückte eine einzige Blume,
Strahlte sie einst noch so stolz, war sie nun längst schon verwelkt.
Wasser tropfte vom Dach, tropfte die ganze Zeit durch.
Jeden Teller schmückte eine einzige Blume,
Strahlte sie einst noch so stolz, war sie nun längst schon verwelkt.
VII. Rose im Garten.
Rot getränkt schwamm vor mir die Rose im düsteren See.
Einsam liegst du da, Bildnis vergessener Zeit.
VIII. Einst.
Weißt du noch von jener Zeit, als die Farben uns glänzten?
Wonnig war uns da, alles erschien uns so gut,
Gerne saßen wir beide zusammen am fließendem Wasser.
Sag, was ist noch übrig? Dürre Gefälle im Sand...
IX. Opium.
Sagen sie nicht immer, wie schön die Verliebtheit sich anfühlt?
Blumen blühten auf, alles begänne zu sehn
Hinter dem Schmerz, ja, da liegt die verborgene Schönheit der Liebe.
Sangen die Meister so nicht? Fühlte nicht jeder das auch?
Schön ist die Liebe, die ewig Gelübde von neuem erfindet...
Liebe ist Opium dem Volk, wehret der Droge euch gut!
X. Epigramme.
Eben noch sang ich die neuen Epigramme der Masse,
Stand dann einer auf, riss mir den Zettel hinfort:
"Dichte, du Dichter, Epigramme voll Witz und der Freude!
Was du da schreibst aber nenn niemals mehr dieses das Wort!"
Klatschte, ach, nicht die Menge und gab den Störendem Beifall...
Hört, ihr Leute, hört: Dieses hier sei meine Schrift.
Rot getränkt schwamm vor mir die Rose im düsteren See.
Einsam liegst du da, Bildnis vergessener Zeit.
VIII. Einst.
Weißt du noch von jener Zeit, als die Farben uns glänzten?
Wonnig war uns da, alles erschien uns so gut,
Gerne saßen wir beide zusammen am fließendem Wasser.
Sag, was ist noch übrig? Dürre Gefälle im Sand...
IX. Opium.
Sagen sie nicht immer, wie schön die Verliebtheit sich anfühlt?
Blumen blühten auf, alles begänne zu sehn
Hinter dem Schmerz, ja, da liegt die verborgene Schönheit der Liebe.
Sangen die Meister so nicht? Fühlte nicht jeder das auch?
Schön ist die Liebe, die ewig Gelübde von neuem erfindet...
Liebe ist Opium dem Volk, wehret der Droge euch gut!
X. Epigramme.
Eben noch sang ich die neuen Epigramme der Masse,
Stand dann einer auf, riss mir den Zettel hinfort:
"Dichte, du Dichter, Epigramme voll Witz und der Freude!
Was du da schreibst aber nenn niemals mehr dieses das Wort!"
Klatschte, ach, nicht die Menge und gab den Störendem Beifall...
Hört, ihr Leute, hört: Dieses hier sei meine Schrift.
XI. Lied eines Wahnsinnigen.
Hört ihr denn nicht die tausenden grölenden Stimmen da draußen?
Leise, ja, so schweigt, hört was die Stimmen uns sag'n!
Sagt mir, wie sicher ihr euch seid, dass ihr, ihr "Normalen",
Nichts gehöret habt? Leise, so hört nur ganz recht,
Schweigt und die Worte kommen zu euch, die der ewige Abgott
Leise zu uns singt. Nihil, dein Reich will geschehn.
XII. Geständnis des Todsüchtigen.
Hört ihr denn nicht die tausenden grölenden Stimmen da draußen?
Leise, ja, so schweigt, hört was die Stimmen uns sag'n!
Sagt mir, wie sicher ihr euch seid, dass ihr, ihr "Normalen",
Nichts gehöret habt? Leise, so hört nur ganz recht,
Schweigt und die Worte kommen zu euch, die der ewige Abgott
Leise zu uns singt. Nihil, dein Reich will geschehn.
XII. Geständnis des Todsüchtigen.
Sagen Sie der Welt, dass es Zeit für mich ist zu gehen,
Sagen Sie ihnen nur, ja, auch ich hab sie gesehn,
Wälder, Flüsse, Berge gesättigt an buntesten Farben.
Ja, ich hab es gesehn, gäb ich nicht alles dafür
Wieder nur einmal in den Genuss dieser Tage zu kommen...
Sagen Sie ihnen, ich war niemals so blind in der Welt.
Ihr, die mich verurteilen werdet, haltet zurück euch!
Schönes lebt in euch, ich jedoch durft es nur sehn.
Schön muss es sein, wenn die Seele sich sättigt an großer Verliebtheit...
Nehmt es mir nicht bös', Narren nur wollen so Leb'n!
Meine Zukunft ist bereits bestimmt durch die Ewigkeit.
Sagen Sie ihnen jetzt, dass es nun Zeit ist zu gehn...
XIII. Tausende Lichter.
Redet, Götter, mit mir und saget warum ihr mich hasset!
Tausende Lichter erstarrn, wage ich nur einmal zu schaun.
XIV. Die Fahrt.
Treibe, mein Schiffchen, treibe auf fremden Gewässern zur Insel.
Seemann, oh, halte nicht an! Bringe mich weiter zu ihr.
Immer näher, ich fühle es, treiben wir weiter und weiter,
Still ist's geworden und kalt, spräche nur jemand ein Wort...
Nebel, lichte dich, oh Götter, habet erbarmen...
Schaut, es ist so weit, Fährmann, ach, nimm deinen Lohn.
XV. Feuerglut.
Lodernd brennt das Holz in dem Ofen sein Bild in die Seele,
Feuer, Asche und Glut brennen sich weiter zu mir.
Wilde Tänze entblößen die wilden Dämonen im Feuer,
Höllenschreie die dort lodernd die Seelen verhöhn.
Bild, das du vom Feuer zu mir in die Seele hin brannte,
Heiß brennst du in mir, brenne, dass du mich verbrennst.
XVI. Herbstwanderung.
Große Gebirge erstrahlen in kältlichem Blau in der Ferne.
Weite, weite Welt, warte noch eh du zerfällst.
Friedliche Flüsse zieren die tiefen Täler da unten.
Seht sie nur an, wie sie strahlt, weit in die kälte hinein.
Zwitscher nur Vöglein, sing mir ein Liedchen von früheren Tagen,
Früher, da er noch den Kopf hebte zum Himmel, der Schwan.
Große, weite Welt, ach, erheb dich ein weiteres Male,
Zeig uns den früheren Glanz, färbe die Welt wieder bunt,
Warte noch eh du zerfällst, oh Welt, ach warte noch einmal,
Weite, weite Welt, schau, wie du langsam zerfällst.
Sagen Sie ihnen nur, ja, auch ich hab sie gesehn,
Wälder, Flüsse, Berge gesättigt an buntesten Farben.
Ja, ich hab es gesehn, gäb ich nicht alles dafür
Wieder nur einmal in den Genuss dieser Tage zu kommen...
Sagen Sie ihnen, ich war niemals so blind in der Welt.
Ihr, die mich verurteilen werdet, haltet zurück euch!
Schönes lebt in euch, ich jedoch durft es nur sehn.
Schön muss es sein, wenn die Seele sich sättigt an großer Verliebtheit...
Nehmt es mir nicht bös', Narren nur wollen so Leb'n!
Meine Zukunft ist bereits bestimmt durch die Ewigkeit.
Sagen Sie ihnen jetzt, dass es nun Zeit ist zu gehn...
XIII. Tausende Lichter.
Redet, Götter, mit mir und saget warum ihr mich hasset!
Tausende Lichter erstarrn, wage ich nur einmal zu schaun.
XIV. Die Fahrt.
Treibe, mein Schiffchen, treibe auf fremden Gewässern zur Insel.
Seemann, oh, halte nicht an! Bringe mich weiter zu ihr.
Immer näher, ich fühle es, treiben wir weiter und weiter,
Still ist's geworden und kalt, spräche nur jemand ein Wort...
Nebel, lichte dich, oh Götter, habet erbarmen...
Schaut, es ist so weit, Fährmann, ach, nimm deinen Lohn.
XV. Feuerglut.
Lodernd brennt das Holz in dem Ofen sein Bild in die Seele,
Feuer, Asche und Glut brennen sich weiter zu mir.
Wilde Tänze entblößen die wilden Dämonen im Feuer,
Höllenschreie die dort lodernd die Seelen verhöhn.
Bild, das du vom Feuer zu mir in die Seele hin brannte,
Heiß brennst du in mir, brenne, dass du mich verbrennst.
XVI. Herbstwanderung.
Große Gebirge erstrahlen in kältlichem Blau in der Ferne.
Weite, weite Welt, warte noch eh du zerfällst.
Friedliche Flüsse zieren die tiefen Täler da unten.
Seht sie nur an, wie sie strahlt, weit in die kälte hinein.
Zwitscher nur Vöglein, sing mir ein Liedchen von früheren Tagen,
Früher, da er noch den Kopf hebte zum Himmel, der Schwan.
Große, weite Welt, ach, erheb dich ein weiteres Male,
Zeig uns den früheren Glanz, färbe die Welt wieder bunt,
Warte noch eh du zerfällst, oh Welt, ach warte noch einmal,
Weite, weite Welt, schau, wie du langsam zerfällst.
XVII. Requiem.
Liegt nicht ein Grab in der Seine, ein Einsames, still und brüchig?
Liegt nicht ein Grab in der Seine, ein Einsames, still und brüchig?
Schwärze umgibt das Grab, Tränen verschwimmen sich still,
Still ist die Nacht, wer sprang in den Fluss, wurde dein Opfer,
Welt, wer fand den Tod? Engel, singt wieder ein Psalm...
Gibt es noch einen Weg für uns, die wir nach dir kamen?
Still ist die Nacht, wer sprang in den Fluss, wurde dein Opfer,
Welt, wer fand den Tod? Engel, singt wieder ein Psalm...
Gibt es noch einen Weg für uns, die wir nach dir kamen?
Sag mir Gott, wenn du bist, sage was sollen wir tun?
Gibt es noch einen Weg, der uns führen kann in den Himmel,
Schwarze, rußige Nacht, Dämmerung schwindest du nie...
Tief in der Seine, da liegt eine Seele düster begraben,
Tief in der treibenden Seine, singt sie uns traurig ein Psalm.
XVIII. Fäden.
Liebster, ein Anderer hält mir die Fäden umschlungen;
Tag um Tag spür ich, wie mir das Leben entfließt.
XIX. Am Strand.
Weit hinaus in die Ferne schauen die Augen der Dame.
Wellen rauschen schwer, schlagen auf Fels und auf Sand.
Grau ist der Himmel geworden und einsam singen die Möwen.
Dann schon sinkt das Korn, fällt zu der Erde zurück.
XX. Herzbrand.
Loder, Feuer, brenne die ganze Nacht in die Herzen
Derer, die dich sehn - ehe du wieder erlischst.
XXI. Schlaf gut, Welt.
Leicht sind die goldenen Gräser am schlafen, umgeben von Träumen.
Meeresbrise weht weit in die Ferne hinein.
Leichte Wellen wirken müde, die einst mal stark waren.
Leg dich nun schlafen, Welt, wiege dich endlich im Hauch.
Schwarze, rußige Nacht, Dämmerung schwindest du nie...
Tief in der Seine, da liegt eine Seele düster begraben,
Tief in der treibenden Seine, singt sie uns traurig ein Psalm.
XVIII. Fäden.
Liebster, ein Anderer hält mir die Fäden umschlungen;
Tag um Tag spür ich, wie mir das Leben entfließt.
XIX. Am Strand.
Weit hinaus in die Ferne schauen die Augen der Dame.
Wellen rauschen schwer, schlagen auf Fels und auf Sand.
Grau ist der Himmel geworden und einsam singen die Möwen.
Dann schon sinkt das Korn, fällt zu der Erde zurück.
XX. Herzbrand.
Loder, Feuer, brenne die ganze Nacht in die Herzen
Derer, die dich sehn - ehe du wieder erlischst.
XXI. Schlaf gut, Welt.
Leicht sind die goldenen Gräser am schlafen, umgeben von Träumen.
Meeresbrise weht weit in die Ferne hinein.
Leichte Wellen wirken müde, die einst mal stark waren.
Leg dich nun schlafen, Welt, wiege dich endlich im Hauch.
XXII. Herr, ...
Das doch das Messer schon in meinen Händen bereit lag,
Weiß ich noch allzu gut, hätte ich damals mehr Mut
Läge ich heute, Erde zu Erde, inmitten der Winde,
Teil der Ewigkeit, nein, ich war immer zu schwach,
Ließ das Messer zu Boden fallen und gab mich geschlagen.
Musste in Wüsten fliehen, niemals ein Weg mehr zurück.
Herr, ich gesteh es dir endlich, da sich die Tage mir neigen,
Brächtest du mich zurück, würde ich's diesmal vollziehn.
XXIII. Stumm bin ich.
Stumm bin ich, trotz der tausenden Tränen, die tief in mir weinen,
Gerne schrieb ich mehr, füllte Gedicht um Gedicht.
Hätte der Welt noch so vieles zu sagen, so viel zu erzähln, doch
Immer wenn ich's versuch, fühl ich, wie alles verstummt.
XXIV. Epigramm des zweiten Prometheus.
Lacht nur, lacht ihr alle nur über mich und mein Leiden,
Ihr, die ihr niemals saht, wie sich der Himmel erhob
Gegen euch, ja, gegen uns alle, gegen die Schöpfung,
Lach nur, brennender Ball, lach nur so lange du's kannst.
Gehe in deine Verdammnis zurück und triefe vom Schwinden.
Schließt euch mir an und kämpft, oder ihr geht in das Nichts.
Ich doch will bleiben, prometheusgleich mit Feuer das Feuer
Löschen, der Himmel soll glühn; und dann von Neuem erblühn.
XXV. Fehlende Heilung.
Krank bin ich, Doktor, krank und dem Wahnsinn so nah, dass ich weder
Antrieb besitze noch auch gar nichts mehr spüre als Schmerz.
Was ich auch tue, es wirkt so, als handle ein anderer für mich,
Ich, ich schaue nur zu, schreie, doch keiner hört mich.
Will nicht länger so Leben, spielte mit dunklen Gedanken.
Helfen Sie mir doch, sagen Sie, was kann ich tun?
Immer, wie gefangen in endlos langen Albträumen,
Spüre ich lange schon nichts, alles ist nichts außer Qual...
Seien Sie ehrlich zu mir, Herr Doktor, könn'n Sie mir helfen?
Lügen Sie mich nicht an, wie's all die anderen getan!
Wenn der Schatten über mir schon zu sehr mich zerstörte,
Will ich, dass Ihr es mir sagt, denn dann hab ich noch den Weg,
Der mich hinaus aus dem Leide führt und mich noch befrein kann.
Halten Sie sich nicht zurück, geben Sie mir schon den Mut...
Das doch das Messer schon in meinen Händen bereit lag,
Weiß ich noch allzu gut, hätte ich damals mehr Mut
Läge ich heute, Erde zu Erde, inmitten der Winde,
Teil der Ewigkeit, nein, ich war immer zu schwach,
Ließ das Messer zu Boden fallen und gab mich geschlagen.
Musste in Wüsten fliehen, niemals ein Weg mehr zurück.
Herr, ich gesteh es dir endlich, da sich die Tage mir neigen,
Brächtest du mich zurück, würde ich's diesmal vollziehn.
XXIII. Stumm bin ich.
Stumm bin ich, trotz der tausenden Tränen, die tief in mir weinen,
Gerne schrieb ich mehr, füllte Gedicht um Gedicht.
Hätte der Welt noch so vieles zu sagen, so viel zu erzähln, doch
Immer wenn ich's versuch, fühl ich, wie alles verstummt.
XXIV. Epigramm des zweiten Prometheus.
Lacht nur, lacht ihr alle nur über mich und mein Leiden,
Ihr, die ihr niemals saht, wie sich der Himmel erhob
Gegen euch, ja, gegen uns alle, gegen die Schöpfung,
Lach nur, brennender Ball, lach nur so lange du's kannst.
Gehe in deine Verdammnis zurück und triefe vom Schwinden.
Schließt euch mir an und kämpft, oder ihr geht in das Nichts.
Ich doch will bleiben, prometheusgleich mit Feuer das Feuer
Löschen, der Himmel soll glühn; und dann von Neuem erblühn.
XXV. Fehlende Heilung.
Krank bin ich, Doktor, krank und dem Wahnsinn so nah, dass ich weder
Antrieb besitze noch auch gar nichts mehr spüre als Schmerz.
Was ich auch tue, es wirkt so, als handle ein anderer für mich,
Ich, ich schaue nur zu, schreie, doch keiner hört mich.
Will nicht länger so Leben, spielte mit dunklen Gedanken.
Helfen Sie mir doch, sagen Sie, was kann ich tun?
Immer, wie gefangen in endlos langen Albträumen,
Spüre ich lange schon nichts, alles ist nichts außer Qual...
Seien Sie ehrlich zu mir, Herr Doktor, könn'n Sie mir helfen?
Lügen Sie mich nicht an, wie's all die anderen getan!
Wenn der Schatten über mir schon zu sehr mich zerstörte,
Will ich, dass Ihr es mir sagt, denn dann hab ich noch den Weg,
Der mich hinaus aus dem Leide führt und mich noch befrein kann.
Halten Sie sich nicht zurück, geben Sie mir schon den Mut...
XXVI. Verflogene Hoffnung.
Lange hab ich nicht zum Stift mehr gegriffen, der einst viel geschrieben...
Sonnenlicht fiel in mein Herz, Amor war gnädig zu mir.
Welchen Grund denn hätt ich gehabt mal wieder zu schreiben?
Weiche mir das Nichts! Schwinde verdorbenes Reich,
Nihils, der kaum je mehr als Gespenst meiner Worte gewesen.
"Niemals weich ich dir, weißt du Poet denn nicht,
All die Geister die du gerufen hast schwinden nie wieder?
Mich hast du Nihil genannt, Gott bin ich, so wie du sprachst,
Vater, du kannst mich nicht mehr zerstören, es sei denn du folgst mir,
Gehst mit mir in mein Reich, das aus der Seele dir kam."
Flüsterte Nihil so nicht in mein Ohr all die Tage, bis ich dann
Einmal vergaß zu fliehn: Schatten, ihr Freunde, ich grüß.
XXVII. Odyssee
Schmerzen treiben tief in meinem gestürmenden Herzen.
Regen, Donner und Blitz schlagen wie Wilde auf Fels.
Brecht nicht, Seele, entzwei und verirre dich auf den Meeren.
Sonnenlicht fiel in mein Herz, Amor war gnädig zu mir.
Welchen Grund denn hätt ich gehabt mal wieder zu schreiben?
Weiche mir das Nichts! Schwinde verdorbenes Reich,
Nihils, der kaum je mehr als Gespenst meiner Worte gewesen.
"Niemals weich ich dir, weißt du Poet denn nicht,
All die Geister die du gerufen hast schwinden nie wieder?
Mich hast du Nihil genannt, Gott bin ich, so wie du sprachst,
Vater, du kannst mich nicht mehr zerstören, es sei denn du folgst mir,
Gehst mit mir in mein Reich, das aus der Seele dir kam."
Flüsterte Nihil so nicht in mein Ohr all die Tage, bis ich dann
Einmal vergaß zu fliehn: Schatten, ihr Freunde, ich grüß.
XXVII. Odyssee
Schmerzen treiben tief in meinem gestürmenden Herzen.
Regen, Donner und Blitz schlagen wie Wilde auf Fels.
Brecht nicht, Seele, entzwei und verirre dich auf den Meeren.
Schwindet denn dann noch der Schmerz, bliebe doch nichts mehr von mir.
XXVIII. Der Wartende
Tod, so hol mich doch endlich, der dich so lange erwartet,
Habe den Koffer gepackt, fehlst nur noch du an der Tür.
Tod, so hol mich doch endlich, der dich so lange erwartet,
Habe den Koffer gepackt, fehlst nur noch du an der Tür.
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