Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2023 angezeigt.

Erinnerung. Eine prosaische Dichtung

Es regnet nicht an diesem Tag, auch der Himmel ist nicht bedeckt von den zahlreichen Wolken und keine kalte Brise umarmt mich seicht. Es scheint die Sonne, es ist warm, es ist das perfekte Wetter für einen Ausflug zum See. Dennoch ist mir kalt. Es friert mich, es pfeift um mich einer dieser kalten Winde. Die Freude, das Lachen, das Spielen am See kommt als ferne Erinnerung einer glücklicheren Zeit zu mir. Die Kälte, sie umgibt mich, sie zieht mich in mich hinein, sie nimmt mir die Wärme – und eigentlich sollte ich weinen, traurig sein, das Leben beklagen und beten, wie es die Dichter immer pflegen und mich selbst am meisten beweinen. Es wäre perfektes Wetter, um am See zu liegen, ich könnte die Sonne auf meiner Haut spüren und wahrnehmen, wie sie mich langsam wärmte und überhaupt etwas spüren, dann schaute ich auf, sähe die unschuldigen Kinder in ihrem Spiel, wie sie sich freuten, wie sie lachten und wie sie noch nicht ahnen könnten, was das Leben für sie bereithielt. Die Bäume starren...

Hörst du ...

Hörst du, hörst du ... die Stille?     Raben, hört ihr nicht die Schreie     All jener vielen toten? Hörst du, hörst du nicht die Stille?     Und Boden, wie viele roten Tränen     Hast du damals aufgenommen?      Wie viele habt ihr gehört, die jetzt      ... nicht mehr sind ... es ist so still ... Hörst du, hörst du jetzt die Stille?

Oh, Dunkelheit auf Erden...

Oh, Dunkelheit auf Erden, Umhüll die ganze Welt! Zeig uns den Schatten schöner Dinge Und wähne uns dem Schönen nah Und lass uns lieben in Verderben, Denn was wir lieben, liegt im Schatten. Ein jeder Mensch erblickt die Welt Durch seine Schatten, durch sich selbst Und keiner lebt mit and'ren gleich, Ein jeder lebt für sich allein. Oh, Dunkelheit auf Erden, Umhüll die ganze Welt! Wen du auch heute liebst, Den liebst du nur durch sie, Durch Schatten und durch Abbild Und nicht zum Zwecke selbst. Wir Menschen sind doch elendig, Wir wähnen uns einander nah Und sind doch nichts als arme Narren, Denn jeder lebt in seinem Schatten. Oh, Dunkelheit auf Erden, Umhüll die ganze Welt!

Vogel im Traum

Ich träumte, ein Vogel flog dort oben, Ich sah ihn fliegen - im Äther verwoben, Im Schicksal gleiten, frei und federleicht, Im Samt der Ewigkeit schwimmend, seicht Im Flug, treibend im Zug der Welt. Ich träumte vom Vogel, der niemals fällt.