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Es werden Posts vom April, 2025 angezeigt.

Ein Zeugnis

Stehe ich nicht     Grau um grau     Im Schatten der Welt? Da Licht vergisst     Des Todes Tau     Im groben Gefäll. Was wollt ihr noch,     Ihr alten Geister     Vergangener Tage? Wie heißt es doch,     Das Leben weicht der     Zeit nur zur Trage. Und das ist tragisch,     Doch keiner weint,     Wo keiner ist. Und am Ende lag ich,     Als Asche vereint     Mit dem Grau vermischt.

Abendszene

Ein Schatten lag auf dem Gesicht Des Mannes, der am Bahnhof stand. Die Nacht war kalt, es schwand das Licht, Verflog, verzerrte sein Gesicht. Kein Zug fuhr mehr, man sah ihn nicht, Denn Dunkel wuchs zu einer Wand, Wohinter schwand des Manns Gesicht, Der als es schien da nicht mehr stand.

Sonette

I   Ach, wär das Schreiben uns nur etwas heilig, Uns Dichtern wäre dann so viel gewonnen! Ich wüsste dann, der Herr, der Hirte weiht mich Und gäbe mir das Wort, dass er ersonnen. Von jeder Ecke strömten die Gedanken, Umschwebten uns wie Federn fallend seicht. Das Dichten wäre uns dann gar so leicht, Dass ich ihm wollte heiter betend danken! Ach gäb es da im Himmel nur nen Gott, Der meiner Klage sich bemächt'gen kann Und auch in dunkler Stunde um uns schmiegt. Ein ewig tröstender Gedanke. Spott den Mördern Gotts, durch welche er verschwand Und seh ich noch wie letztes Licht verfliegt. II Wo bist du, wenn du nicht bei mir bist? Was denkst du dann, oh welch Gedanken Verlassen dich, spürst du mich schwanken In Angst, dass du mich wieder vergisst? Auf fernem Felsen sehne ich, Die Wellen peitschen, Winde wehen Und ich, ich rufe schmerzend dich, Ach, kannst du mich noch überhaupt sehen? Ich dachte, seh ich dich nur immer, Dann heilt sich von allein der Riss, Der tief in meinem Herzen zerr...