Kleiner Spaziergang

 ~ eine romantische Ballade ~
 
War's Tag, war's Nacht am Himmel schon,
Da mich die Wanderlust empfing,
Da mir das Leiden ward geflohn
Und ich dann meines Weges ging.
 
Erst kam am Weg ein Vöglein näh'r,
Es flog zu mir, es sang für mich:
"Du großer Mensch von Ferne her,
So gehe fort, verlauf dich nicht."

Er hob sich an und flog empor
Und ließ mich meines Weges ziehn.
Dann kam ein Fluss ganz sanf hervor
Und ließ sich mir zum Baden dien'n.
 
Es war die Sonn' nun über mir,
Dass sich ein alter Baume naht
Und mir die Blätter gab zur Zier.
Da war mir wohl durch seine Tat.
 
Das Blatt wurd gelb, der Himmel rot,
Die Sonne schwand, der Schatten stieg
Und in mir stieg die bitt're Not,
Ich hob die Stirn, ach, Welt vergib. 
 
Der dichte Wald so Nahe war,
Die Krähen krächzten zu mir her,
Ich war der Schatten mir gewahr,
Dem kalten, grauen Schreckensheer.
 
Dort eine Hand, sie suchte mich,
Sie griff nach mir und tränkte sich
An meiner Angst, so wuchs sie an
Und lachte höhnisch an mich ran.
 
Wie kalt, wie leer, wie dunkel ist's,
Sie trinkt mich aus, sie reißt mich leer.
Was ist mir noch, mir ist so schwer,
Wann endet es, ach friss ...
                                        ... des Lichts
 
Erhab'ner Gruß entlächelt weit
Die seinen warmen Freunde aus,
Es weicht in mir die Einsamkeit,
Der Tag nimmt endlich seinen Lauf.
 
Der Wald ist fort, die Schatten auch,
Ich steh am Fluss unter dem Baum,
Es bleibt von allem nur ein Hauch,
Der mich erinnert an den Traum. 

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