Weimarer Elegie
Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr alten Skulpturen!
Straßen, redet ein Wort! Genius, rage empor!
Ja, ein erhabener Geist beseelt deine Mauern, o Weimar,
Weht und flüstert in dir, hörte ich nur, was er sagt ...
Wo, ach, finde ich ihn. An Häusern an Fenstern vergebens
Such ich nach ihrer Gestalt, lausche ihr um einen Vers.
Ahn' ich noch nicht, dass vom Tempel schon Amor sein'n Bogen hervorhällt?
Spüre ich nicht auch schon all das vergang'ne um mich?
Ja, ein erhabener Geist beseelt deine Mauern, o Weimar,
Weht und flüstert in dir, hörte ich nur, was er sagt ...
Wo, ach, finde ich ihn. An Häusern an Fenstern vergebens
Such ich nach ihrer Gestalt, lausche ihr um einen Vers.
Ahn' ich noch nicht, dass vom Tempel schon Amor sein'n Bogen hervorhällt?
Spüre ich nicht auch schon all das vergang'ne um mich?
Sehe ich noch Palast um Kirche, Ruinen um Säulen,
Baum um Baum herum spricht bald der Mamor zu mir.
Baum um Baum herum spricht bald der Mamor zu mir.
Venus und Juno, ich ehre euch beide, Geburt aus dem Meere,
Schöpferische Kraft, Weimar, ach, sprich schon mit mir!
Bald doch ist es so weit da sein Pfeil mich im Herzen erreicht.
Sei mir ein Priester, o Stadt, der den Geweihten empfängt,
Schöpferische Kraft, Weimar, ach, sprich schon mit mir!
Bald doch ist es so weit da sein Pfeil mich im Herzen erreicht.
Sei mir ein Priester, o Stadt, der den Geweihten empfängt,
Führe mich aus dem Nichts und verlobe mich mit dem Geist, denn
Groß ist deine Welt. Ragend nun blüht in dem Meer
Aus dem schäumenden Nichts geboren dem Lichte hervor die
Schönheit uns als Kind, Weimar, ich höre dich nun.
Groß ist deine Welt. Ragend nun blüht in dem Meer
Aus dem schäumenden Nichts geboren dem Lichte hervor die
Schönheit uns als Kind, Weimar, ich höre dich nun.
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