~ eine romantische Ballade ~ War's Tag, war's Nacht am Himmel schon, Da mich die Wanderlust empfing, Da mir das Leiden ward geflohn Und ich dann meines Weges ging. Erst kam am Weg ein Vöglein näh'r, Es flog zu mir, es sang für mich: "Du großer Mensch von Ferne her, So gehe fort, verlauf dich nicht." Er hob sich an und flog empor Und ließ mich meines Weges ziehn. Dann kam ein Fluss ganz sanf hervor Und ließ sich mir zum Baden dien'n. Es war die Sonn' nun über mir, Dass sich ein alter Baume naht Und mir die Blätter gab zur Zier. Da war mir wohl durch seine Tat. Das Blatt wurd gelb, der Himmel rot, Die Sonne schwand, der Schatten stieg Und in mir stieg die bitt're Not, Ich hob die Stirn, ach, Welt vergib. Der dichte Wald so Nahe war, Die Krähen krächzten zu mir her, Ich war der Schatten mir gewahr, Dem kalten, grauen Schreckensheer. Dort eine Hand, sie suchte mich, Sie griff nach mir und tränkte sich An meiner Angst, so wuchs sie an Und...
I. Prolog. Eben noch saß ich am Tisch und suchte die Wörter zu zwingen Jenes strenge Korsett lustiger Sprüche zu tragen, Sprach auf einmal, ich schrieb schon Zwanzig, zu mir die Stimme, "Lege nieder den Stift, lausche dem Klagen des Nichts." Kälte umgab mich so plötzlich, es schien mir die Luft zu entweichen: Nihil, so führe mich, nimm dir der Wörter Tribut! II. Der alte Meister. Gryphius dichtete viel von Tod und vom Leiden auf Erden, Sagt mir alle doch, hatte er Unrecht gehabt? III. Ein Junge. Ging das Kind denn neulich noch die Straße hinunter, Lachte und freute sich, spielte so selig im Traum, Sage mir, was geschah mit jenem Jungen dort unten? Immer noch geht er dort lang, Freude jedoch wich dem Schmerz. IV. Zwei Gesellen. Seh ich so kecke Gesellen, ach Gott, die Tränen mir schwellen. Warte noch, Hauch, eh du wehst, lass ihnen etwas mehr Zeit. V...
I Ach, wär das Schreiben uns nur etwas heilig, Uns Dichtern wäre dann so viel gewonnen! Ich wüsste dann, der Herr, der Hirte weiht mich Und gäbe mir das Wort, dass er ersonnen. Von jeder Ecke strömten die Gedanken, Umschwebten uns wie Federn fallend seicht. Das Dichten wäre uns dann gar so leicht, Dass ich ihm wollte heiter betend danken! Ach gäb es da im Himmel nur nen Gott, Der meiner Klage sich bemächt'gen kann Und auch in dunkler Stunde um uns schmiegt. Ein ewig tröstender Gedanke. Spott den Mördern Gotts, durch welche er verschwand Und seh ich noch wie letztes Licht verfliegt. II Wo bist du, wenn du nicht bei mir bist? Was denkst du dann, oh welch Gedanken Verlassen dich, spürst du mich schwanken In Angst, dass du mich wieder vergisst? Auf fernem Felsen sehne ich, Die Wellen peitschen, Winde wehen Und ich, ich rufe schmerzend dich, Ach, kannst du mich noch überhaupt sehen? Ich dachte, seh ich dich nur immer, Dann heilt sich von allein der Riss, Der tief in meinem Herzen zerr...
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