I. Prolog. Eben noch saß ich am Tisch und suchte die Wörter zu zwingen Jenes strenge Korsett lustiger Sprüche zu tragen, Sprach auf einmal, ich schrieb schon Zwanzig, zu mir die Stimme, "Lege nieder den Stift, lausche dem Klagen des Nichts." Kälte umgab mich so plötzlich, es schien mir die Luft zu entweichen: Nihil, so führe mich, nimm dir der Wörter Tribut! II. Der alte Meister. Gryphius dichtete viel von Tod und vom Leiden auf Erden, Sagt mir alle doch, hatte er Unrecht gehabt? III. Ein Junge. Ging das Kind denn neulich noch die Straße hinunter, Lachte und freute sich, spielte so selig im Traum, Sage mir, was geschah mit jenem Jungen dort unten? Immer noch geht er dort lang, Freude jedoch wich dem Schmerz. IV. Zwei Gesellen. Seh ich so kecke Gesellen, ach Gott, die Tränen mir schwellen. Warte noch, Hauch, eh du wehst, lass ihnen etwas mehr Zeit. V...
~ eine romantische Ballade ~ War's Tag, war's Nacht am Himmel schon, Da mich die Wanderlust empfing, Da mir das Leiden ward geflohn Und ich dann meines Weges ging. Erst kam am Weg ein Vöglein näh'r, Es flog zu mir, es sang für mich: "Du großer Mensch von Ferne her, So gehe fort, verlauf dich nicht." Er hob sich an und flog empor Und ließ mich meines Weges ziehn. Dann kam ein Fluss ganz sanf hervor Und ließ sich mir zum Baden dien'n. Es war die Sonn' nun über mir, Dass sich ein alter Baume naht Und mir die Blätter gab zur Zier. Da war mir wohl durch seine Tat. Das Blatt wurd gelb, der Himmel rot, Die Sonne schwand, der Schatten stieg Und in mir stieg die bitt're Not, Ich hob die Stirn, ach, Welt vergib. Der dichte Wald so Nahe war, Die Krähen krächzten zu mir her, Ich war der Schatten mir gewahr, Dem kalten, grauen Schreckensheer. Dort eine Hand, sie suchte mich, Sie griff nach mir und tränkte sich An meiner Angst, so wuchs sie an Und...
I. Nachtbild Der Mond, er könnte nicht schöner sein, Als Nachts in dieser Stadt Die Sterne funkeln im magischen Schein Und ich stehe, sehe mich satt. Im Wasser tanzen die feurigen Lichter In unsrer Augen Spiel. Da werden die Bilder immer dichter Um uns und ohne Ziel. Dann dreht sich langsam der Erden Ball, Und Nacht wird langsam Tag, Wir stehen noch da und hören den Hall, Der still noch immer lag. II. Smaragdblaues Wasser tanzt im Spiel der Sonne, Die dieses Land mit ihrer Hitze umhegt, Nur nicht das Wasser, das klar und kühl da treibt Und keinen Anstand nimmt, dem Feuerball zu weichen. Die kleinen Hügel, die sich fern erheben, Sie strahlen golden zwischen tausend Bäumen, Nur hier und da erhebt sich mal ein Haus, Macht müde auf und lächelt dann in sich. Und fern, in weichem grau, um Wolken herum, Erheben sich leicht die großen, alten Berge, Sie gähnen noch eh sie verschwimmen im Blau. Da treiben auch sie im wohlig kaltem Tanz Des leuchtend smaragdblauem Wasser...
Kommentare
Kommentar veröffentlichen