Muttertagsgedichte

 Die lykischen Bauern
 (ad Mater 'Dies)
 
In hoffnungsloser, abendlicher, Röte
Flohen Lato samt Kindern in dunkelster Nöte,
Vor eifersüchtigen Blicken der großen Hera,
Abseits gar der schützenden Bona Dea.
 
Dürstend, dem Tode nahe, in schwärzester Stund
Erreichte die sakrische Mutter den lykischen Schlund
Und Hoffnung dürchstößte die ärmlichen Seelen,
Als in ferne ein See vermocht zu füllen die Kehlen.

"Oh ihr freundlichen Hirten, helfet uns flehenden Wesen.
Nur vom Gewässer lasst uns trinkend Genesen."
Doch die Bauern erfreute Latonas schreckliches Elend.
Quabbelnd, quasi quickend, quakten sie quälend.

Wo noch einst die Männer standen, lagen nun Unken.
Leto verfluchte die Rüpel mit letztem Funken,
Mit stetig schwindender Kraft, dem Gewässer so dicht,
Siegte die Mutter bei morgendlichem Licht.
 
  Es blüht die grüne Heide
ad meum matrum
 
Es blüht auf einer grünen Heide
Von Rosen bis zu einer Weide
Alles prächtig, heiter, schön
Durch wohlige Strahlen aus heiteren Höhn.
 
Von heiteren Höhen fallen Pollen,
Die unsre Herzen bringen zum tollen
Und unsre Augen malen Gemälde
Wo alles fehlt was eben noch quälte.
 
Und leise singen Vögel im Chor,
Sie bringen das kleine Publikum hervor,
Sie tanzen im Lichte der bunten Blumen
Und alles, was da träumst wird ruhen.
 
Während der Tag nun zum schlafen
Sich legt wandeln sich kleine Larven
Zu schönen Faltern und spannen die Flügel 
Weit hinaus zu fernen Hügeln.

In dieser stillen Nacht da weiht
Der Mond die Wiese in magische Schönheit.
Sein Haupt schmieget die roten Rosen,
Lilien, Tulpen und Nelken kosend.
 
Langsam erwacht der Tag nun wieder
Wie im crescendo der schönen Lieder.
Sodann erwacht die alte Weide
Und es blüht die grüne Heide.

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